HBCD-belastete Styroporentsorgung ab dem 01.10.2016

Gesetzesänderung für die Entsorgung von Styropor ab dem 01.10.2016

Am 01.10.2016 ist ein neues Gesetz zur Entsorgung von Styropor in Kraft getreten. Dieses Gesetz betrifft Styropor was vor 2014 hergestellt und verarbeitet worden ist. Dieses Styropor beinhaltet ein Pflanzenschutzmittel (HBCD) was für die Herstellung damals benötigt worden ist. Leider ist wieder einmal ein Gesetz erlassen worden bei dem die Gesetzesgeber nicht an die Konsequenzen für das Handwerk und den Endverbraucher nachgedacht haben. Durch dieses Gesetz sind die Entsorgungskosten derart in die Höhe gestiegen (8.000,00 € /to), so dass viele unserer Kunden und auch wir vor wirtschaftlichen Problemen gestellt werden, zumal viele Entsorgungsbtriebe Styropor überhaupt nicht mehr annehmen, so dass sich Styroporberge an den Baustellen ansammeln. Hier ein paar Fotos von einer unserer Baustellen.

Die durch die Gesetzesänderung entstandene Entsorgungsproblematik ist derat kompliziert geworden,  dass man hierfür fast eine eigene Internetseite erstellen könnte. Mittlerweile sind viele Berichte in den verschiedensten Medien und sozialen Netzwerken veröffentlicht worden.

Fakt ist, dass der Gesetzgeber noch immer keine zufriedenstellende Lösung der Problematik gefunden hat und für die hohen Entsorgungskosten ausschließlich die Verbrennungsanlagen verantwortlich macht, die ein lukratives Geschäft aus der Gesetzesänderung sehen und das obwohl das HBCD-belastete Styropor in der gleichen Wiese wie vor dem 01.10.2016 verbrannt wird. In gewisser Weise sogar noch nachvollziehbar, wenn man überlegt: Gefährlicher Asbest wir zu Preisen bis 260,00 €/to abgefahren und dann auf den Deponien vergraben; Styropor wird, wie vor der Gesetzesänderung, verbrannt und soll 8.000,00 €/to kosten; wenn dann ein altes Flachdach auch noch „abgesoffen“, also stark durchfeuchtet ist, bezahlt der Endverbraucher  8.000,00 €/to für Wasser.

Wir hoffen, dass die Unweltminister der Länder und die Bundesregierung schnellstens mit der Thematik beschäftigt und die Gesetzesänderung zurücknimmt. Auch hoffen wir, dass die Müllverbrennungsanlagen ihre Preispolitik überdenkt und wieder zu normalen Preisen zurückfindet. Noch haben wir in unserem Betrieb keine erheblichen finanziellen Einbußen gehabt, noch mussten wir Mitarbeiter entlassen. Leider sind andere Dachdeckerbetriebe in Deutschland hiervon nicht verschont geblieben und mussten auch schon Entlassungen vornehmen.

Unser Fazit: Eine gedankenlose Gesetzesänderung, zum Wohl der Umwelt,  zu Lasten der Wirtschaft, zum Wohl weniger Verbrennungsanlagen und deren Entsorger, zu Lasten unserer Kundschaft !